wettbewerb doppelkindergarten mit tagesschule „im regenbogen“

lage: solothurn, am jurasüdfuss
wettbewerb: 2018
geschossfläche:

wettbewerb um ein städtebaulich und architektonisch qualitätsvoller, nachhaltiger und wirtschaftlicher neubau eines doppelkinderkartens mit tagesschule für ca. 120 kinder auf der vorhandenen schulanlage brühl in solothurn.

 

situation
der neue rechteckige baukörper schliesst den bestehenden schulanlagen-perimeter im osten ab und bildet somit volumetrisch die abgrenzung zur fussballanlage. in seiner proportion und ausrichtung nimmt der neubau direkten bezug zu seinen unmittelbaren nachbaren östlich (tribüne FC) und westlich (schulhaus), und schliesst sich somit nicht der kleinmassstäblichen quartier-bebauungsweise im süden und norden und weiter westlich an.

mit dem vorliegenden projekt soll nur sanft in die bestehenden aussenräume („wald“, öffentliche räume und orte der begegnung, spiel- und sportplatz) eingegriffen werden, um so die hohe bestehende qualität des aussenraumes beizubehalten.

durch die positionierung des baukörpers in die südöstliche ecke des wettbewerbsperimeters, wird zum einen der besonnung besondere beachtung geschenkt, zum anderen werden die haupträume des kindergartens und der tagesschule zum bestehenden „wald“ / schulhaus hin geöffnet.

aussenraum
der bestehende „wald“ soll als bindendes und nicht trennendes element verstanden werden. als ein element der begegnung, bewegung und als ort des rückzuges. die bestehenden wegsysteme und räume des aufenthalts werden nur marginal verändert oder erweitert. wege führen in unterschiedlicher hierarchie durch die baumstruktur. zugleich wird der „wald“ in derselben formsprache entlang der brühlstrasse weiter gestrickt und schliesst somit den aussenraum des kindergartens im süden des perimeters räumlich zur strasse ab.

der hauptzugang kindergarten / tagesschule erfolgt über eine direkte querverbindung zwischen schulhaus und neubau. die anlieferung kommt möglichst konfliktfrei im süden ab brühlstasse, getrennt vom aussenbereich kindergarten / tageschule, zu stehen.

der neu entstandene und gestaltete aussenraum zwischen schulhaus und kindergarten / tagesschule nimmt bereits bestehende elemente wie „wald“, kleinkronige kirschbäume und hecken (westliche schulhausseite) zur raumgliederung und als schattenspender auf. so entstehen im aussenbereich zahlreiche spannende zonierungen, nischen und spielplätze, mit unterschiedlichen qualitäten. in der aussenanlage kindergarten ist ebenfalls das element wasser vorhanden, welches heute bereits im bestehenden „wald“ anzutreffen ist und künftig zum kindergarten hin erweitert wird.

raumprogramm
das raumprogramm wird auf einfache weise ebenerdig auf einem geschoss umgesetzt und trägt so der behindertengerechtigkeit und wirtschaftlichkeit rechnung. kindergarten und tagesschule werden durch einen leichten versatz im grundriss und durch den gemeinsamen hauptzugang voneinander getrennt.

die vielseitigkeit der möblierung, schiebewände und vorhänge lassen in den haupträumen verschiedene zonierungen und nutzungsmöglichkeiten zu. die orientierung der haupträume zum wertvollen aussenraum hin, lässt kleingruppen auch im garten, unter aufsicht des lehrpersonals (von innen), arbeiten. im kindergarten finden sich zusätzliche erhöhte rückzugsmöglichkeiten auf der galerie.

die nebenräume sind bewusst ostseitig, als rückgrat und abgrenzung des gebäudes, längs zur perimeter- resp. grundstücksgrenze aneinandergereiht. die korridore und ihre nischen dienen der horizontalen zirkulation, dem spiel, aber auch als ort des rückzugs.

die anlieferung erfolgt im rückwärtigen bereich des gebäudes mit einer separaten zufahrt und eigenem zugang, entstanden durch obenerwähnten versatz im grundriss. so wird ein störungsfreier schulbetrieb während den anlieferungszeiten gewährleistet.

konstruktion / material / farben
grundsätzlich werden natürliche materialien verwendet. das gebäude soll in holzelementbauweise mit einer vertikalen äusseren lamellen-struktur gefertigt werden. interne abschlüsse (tragend und nicht tragend) werden in leichtbauweise und glas hergestellt. die natürlichen hölzernen inneren oberflächen (wände und decken) in kombination mit den grosszügigen fassadenöffnungen und oberlichtern mit viel tageslicht, sorgen für ein angenehmes und warmes raumklima. öffenbare fenster in der fassade und öffenbare oberlichter gewährleisten eine optimale querlüftung und nachtauskühlung auch ohne kontrollierte lüftung. die masse des bodens (anhydrit) hilft ebenfalls überschüssige wärme aufzunehmen und später wieder abzugeben. der raumakustik in den haupträumen und korridoren wird durch die perforation den holzdecke rechnung getragen.
farbliche akzente werden punktuell nur im glas (fassade, trennwände) und mit der möblierung gesetzt.

energie / ökologie
die anforderungen an die energieeffizienz unterstehen der stadt solothurn mit dem label als energiestadt 2004, beziehungsweise dem diesbezüglichen standard minergie p-eco und der werte der 2000 watt gesellschaft.
sämtliche bauteile mit unterschiedlichen lebenserwartungen können getrennt und separat rückgebaut werden.
aus energietechnischen gründen wird der optimalen natürlichen belichtung und besonnung, kombiniert mit einem effektiven beschattungssystem (vordach, stoff-rollos) besondere beachtung geschenkt.
als heizsystem ist fernwärme vom bestehenden schulhaus vorgesehen. zusätzlich wird mit einem solardach (photovoltaik / ost- und westseitig) energie gewonnen.